Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

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Ein letzter musikalischer Sonntagsgruß an dieser Stelle: Der Chor Stimmungsvoll wird nun wieder proben und singen können.

Vieles hat sich in der Zwischenzeit geändert und wird sich weiter verändern. Vielleicht ist es deshalb dieses Lied, das wir noch einmal digital zusammen singen, bevor wir ein neues Kapitel aufschlagen.

Denn „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ beschreibt in den starken Bildern von Psalm 19 das, was durch alle Veränderungen trägt und selbst Veränderung bewirkt. In der Liedfassung von Jan Janssen und Fritz Baltruweit aus dem Jahre 2008 geschieht dies schwungvoll und mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Singen Sie mit:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde verändert ihr altes Gesicht.
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde lebt auf und wird licht.

Ein Tag erzählt’s dem andern.
Selbst Nacht für Nacht wird klug.
Kaum hörbar die Stimme, die weltweit wandert.
Aber Schweigen ist oft schon genug.

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde verändert ihr altes Gesicht.
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde lebt auf und wird licht.

Ein Zelt baut sich die Sonne,
aus Wolken eine Bahn.
Kaum fassbar die Freude, belebende Wonne
und die Klarheit greift Finsternis an.

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde verändert ihr altes Gesicht.
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
und die Erde lebt auf und wird licht.

Meine engen Grenzen.

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Beichte findet nicht mehr statt, könnte man meinen. Warum auch. Das ist etwas von früher.

„Meine engen Grenzen“ ist ein Beichtlied. Kein Relikt aus grauer Vorzeit, sondern knapp 40 Jahre jung. Zeitgemäß begrenzt mit schlichten Phrasen, in kurzen Strophen auf den Punkt gebracht, mit viel Wiederholung und ganz unkomplizierter Melodie. Vertonter Zweifel an sich selbst, umwerfend schlicht und womöglich genau deshalb wunderschön.

Ein herzlicher Gruß von der Orgel in der Johannes-Kirche mit dem Wochenlied zum 11. Sonntag nach Trinitatis.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Meine engen Grenzen,
meine kurze Sicht bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.
Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.

Meine ganze Ohnmacht,
was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich ...

Mein verlornes Zutraun,
meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich ...

Meine tiefe Sehnsucht
nach Geborgenheit bringe ich vor dich. 
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich ...

Lobe den Herren

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Man nennt ihn auch „Israelsonntag“ – der 10. Sonntag nach Trinitatis schaut weit zurück. Er erinnert an unsere Wurzeln im Volk Israel und daran, dass Jesus Jude war. Er erinnert an unsere tiefe Verbundenheit mit dem ganzen Volk Gottes.

„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ ist ein uraltes Lied. Unzählige Generationen vor uns haben es aus voller Seele gesungen und heute noch kennen es noch die meisten von uns. Im Gesangbuch findet es sich in ökumenischer Fassung und übersetzt in zahlreiche Sprachen. Und so verbindet es uns mit allen, die es vor uns gesungen haben – an allen Orten, in allen Sprachen und „mit allen, die seine (Gottes) Verheißung bekamen“.

Singen Sie gerne mit oder hören Sie hinein. Manchmal ergänzen Ohr und Seele die Stimmen unserer Vorfahren von ganz allein.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören.
Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören!

...

Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran, was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet.

Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.
Er ist dein Licht, Seele, vergiss es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit. Amen.

Freuet Euch der schönen Erde

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Dieser merkwürdige Sommer, der Alltag, die Hitze … was uns nicht alles beschwert und fast erdrückt.

„Freuet euch der schönen Erde“ ruft Philipp Spitta uns mit diesem Lied zu. Und bestimmt tut es gut, ein Lied lang seinen sehr romantischen Blick zu teilen. Ja, trotz allem, wir sind reich beschenkt.

Ein herzlicher Gruß voller Freude aus der Johannes-Kirche am 9. Sonntag nach Trinitatis.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut,
unser Gott da ausgestreut!

Und doch ist sie seiner Füße
reich geschmückter Schemel nur,
ist nur eine schön begabte,
wunderreiche Kreatur, 
wunderreiche Kreatur.

Freuet euch an Mond und Sonne
und den Sternen allzumal,
wie sie wandeln, wie sie leuchten
über unserm Erdental,
über unserm Erdental.

...

Wenn am Schemel seiner Füße
und am Thron schon solcher Schein,
o was muss an seinem Herzen
erst für Glanz und Wonne sein,
erst für Glanz und Wonne sein.

Er weckt mich alle Morgen

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Ein paar Zeilen verändern den Blick und die Wahrnehmung. Jochen Klepper lässt uns seine Nähe zu Gott spüren und eine unglaubliche Zuversicht:

„Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht, verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht;“

Mit Jochen Kleppers Lied begrüßen wir diesen Sonntagmorgen mit Ihnen hier und in der Johannes-Kirche am 8. Sonntag nach Trinitatis.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.

Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf.
Das Wort der ewgen Treue, die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue so, wie ein Jünger hört.

Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen, fragt nicht, ob ich versag.
Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag.

Sei behütet auf deinen Wegen

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Eine seltsame Zeit haben wir. Alles ist anders.
Einige machen sich auf den Weg in den Urlaub, andere bleiben zu Hause.

Wir, der Chor Stimmungsvoll, träumen vom gemeinsamen Singen. Doch noch immer geht das nicht so, wie wir es gewohnt sind. Tatsächlich singen wir derzeit einzeln in unseren Wohnzimmern. In unseren Gedanken aber standen wir gemeinsam vor der Johannes-Kirche, haben in die Sonne geblinzelt und einen innigen Segenswunsch für unsere Gemeinde gesungen:

„Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet am Tag und in der Nacht. Durch Sonnentage und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.“

Das wünschen wir Ihnen von Herzen, wo und auf welchen Wegen auch immer Sie sind.

Singen Sie mit:

Sei behütet auf deinen Wegen.
Sei behütet am Tag und in der Nacht.
Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen
hält der Schöpfer über dir die Wacht.

Mitten in der grauen Alltagswelt,
die sang- und klanglos dich beengt,
höre etwas, das dich immer hält,
ein Lied, das durch dein Leben klingt:

Sei behütet auf deinen Wegen.
Sei behütet am Tag und in der Nacht.
Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen
hält der Schöpfer über dir die Wacht.

Die güldne Sonne

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… voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht.

Schon die erste Zeile dieses Liedes hebt uns über alle inneren und äußeren Begrenzungen hinweg. Paul Gerhardt, der Lieddichter, malt mit Worten: Ein Bild, in das man voller Wonne eintauchen – und das man mindestens ein Lied lang mit jeder Faser spüren kann.

Ein wunderbares Lied zu Beginn des Gottesdienstes in der Johannes-Kirche am 6. Sonntag nach Trinitatis und ein freudvoller, herzlicher Sonntagsgruß von der Orgel.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext mit zwei der insgesamt 12 Strophen – eingespielt von Martina Jasper.

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen
ein herzerquickendes, liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder;
aber nun steh ich, bin munter und fröhlich,
schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

...

Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen
Güter und Gaben; was wir nur haben,
alles sei Gotte zum Opfer gesetzt!
Die besten Güter sind unsre Gemüter;
dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder,
an welchen er sich am meisten ergötzt.

Wir haben Spuren Gottes festgestellt

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Was ist jetzt richtig? Welchen Weg gehen wir, wenn sich kaum überblicken lässt, was die nächsten Tage bringen werden?

Der fünfte Sonntag nach Trinitatis stellt solche Fragen. Und in einem wahrhaft „wunder“vollen Lied von Diethard Zils findet sich vielleicht keine direkte Antwort, aber Trost und Gottvertrauen – und die Melodie von Jo Akepsimas trägt uns auf den Weg dorthin.

Singen Sie mit:

Wir haben Spuren Gottes festgestellt
auf unsern Menschenstraßen,
Liebe und Wärme in der kalten Welt,
Hoffnung, die wir fast vergaßen
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehen,
uns durch das Leben tragen.

Blühende Bäume haben wir gesehn,
wo niemand sie vermutet,
Sklaven, die durch das Wasser gehn,
das die Herren überflutet.
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehen,
uns durch das Leben tragen.

Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz,
hörten, wie Stumme sprachen,
durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz,
Strahlen, die die Nacht durchbrachen.
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehen,
uns durch das Leben tragen.

Wenn das Brot, das wir teilen

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Eine Melodie kann Worte auf wundersame Weise direkt ins Herz tragen.

„Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht, und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt, …“. So beginnt dieses noch recht junge Lied und trägt seine Worte mit schlichter, liebevoller Klarheit und Leichtigkeit. Ein Lied zum 4. Sonntag nach Trinitatis, eingebettet in einen musikalischen Gedanken – und mit einem besonderen Gruß der Johannes-Kirche zum Schluss.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext mit zwei der fünf Strophen – eingespielt von Martina Jasper.

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht,
und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
in der Liebe, die alles umfängt,
in der Liebe, die alles umfängt.

...

Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt
und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
in der Liebe, die alles umfängt,
in der Liebe, die alles umfängt.

Wer nur den lieben Gott lässt walten

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Johann Gottfried Walther bringt uns durch ein stürmisches Choralvorspiel zu einem nahezu 400 Jahre alten Lied von Georg Neumark: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Man kann ein wunderbares, fast schon vergnügtes Gottvertrauen darin hören, das über die Jahrhunderte hinweg zu uns spricht. Herzliche Grüße von der Johannesorgel voller Gottvertrauen am 3. Sonntag nach Trinitatis.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

...

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Möge die Straße uns zusammenführen

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Der Chor Stimmungsvoll grüßt herzlich mit einem Lied, das gut in diese Zeit passt – und das auch im Gottesdienst in der Johannes-Kirche am heutigen Sonntag klingen wird.

„Möge die Straße uns zusammenführen“ – das wünscht sich auch der Chor, der zurzeit nicht zusammen proben und singen darf. Alle Stimmen wurden einzeln aufgenommen und hier digital vereint.

Singen Sie mit:
Hier der Chor Stimmungsvoll mit den folgenden drei Strophen:

Möge die Straße uns zusammenführen
und der Wind in deinem Rücke sein;
sanft falle Regen auf deine Felder
und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

Hab‘ unterm Kopf ein weiches Kissen,
habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel,
bevor der Teufel merkt: du bist schon tot.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

Bis wir uns mal wiedersehen,
hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
er halte dich in seinen Händen,
doch drücke seine Faust dich nicht zu fest.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

Ins Wasser fällt ein Stein

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Ein herzlicher Gruß der Orgel mit einem Lied aus dem Gottesdienst in der Johannes-Kirche am ersten Sonntag nach Trinitatis.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Ins Wasser fällt ein Stein,
ganz heimlich, still und leise;
und ist er noch so klein,
er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe
in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort
hinaus in unsre Welt.

Nimm Gottes Liebe an.
Du brauchst dich nicht allein zu mühn,
denn seine Liebe kann
in deinem Leben Kreise ziehn.
Und füllt sie erst dein Leben,
und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus, teilst Liebe aus,
denn Gott führt dir die Hand.

Gott des Himmels und der Erden

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Am Sonntag „Trinitatis“ grüßt die Orgel mit einer Choralbearbeitung von Johann Gottfried Walther.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Gott des Himmels und der Erden, 
Vater, Sohn und Heilger Geist, 
der es Tag und Nacht lässt werden,
Sonn und Mond uns scheinen heißt, 
dessen starke Hand die Welt, 
und was drinnen ist erhält. 

Hilf, dass ich mit diesem Morgen 
geistlich auferstehen mag 
und für meine Seele sorgen, 
dass, wenn nun dein großer Tag 
uns erscheint und dein Gericht, 
ich davor erschrecke nicht.

Geh aus, mein Herz

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Das Herz ist schon ein seltsames Organ. Es pocht, es schlägt, es hüpft, es kann zerbrechen. Der Lieddichter Paul Gerhardt traut dem Herzen noch mehr zu: Es kann Spazierengehen! Damit wir aber nicht ohne unseren Lebensmotor allein zurückbleiben, lädt er den Rest von Leib und Seele gleich zum Ausflug mit ein. Unterwegs treffen wir Lerche, Taube und Nachtigall. Schnuppern an Tulpen und Narzissen und hören Bienen summen und Schafe mähen. Ein Gute-Laune-Lied für den Pfingstausflug.

Der Chor Stimmungsvoll darf leider zur Zeit nicht gemeinsam proben. Aber sie haben dennoch das Sommerlied getrennt aufgenommen und die Stimmen wurden von Martina Jasper digital vereint.

Singen Sie mit:
Hier der Chor Stimmungsvoll mit drei der 15 Strophen:

Videomaterial: pexels.com / zur freien Verwendung
Geh aus, mein Herz und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
 
Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide,
als Salomonis Seide.
 
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
Ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.

O komm, du Geist der Wahrheit

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 „Die beste Waffe im Kampf gegen Corona ist der gesunde Menschenverstand!“ 

Der Kabarettist blickt ernst in die Fernsehkamera. Er macht eine Pause und fährt fort:  „Wir sind verloren! Die meisten von uns sind unbewaffnet!“ 

Das Publikum johlt. Denn in dieser bissigen Pointe steckt mehr als ein Funken Wahrheit. Verschwörungstheorien wabern durch die Köpfe sorgenvoller Mitmenschen. Ihr Misstrauen gegen Politiker und Unternehmer wächst. Menschen demonstrieren, klagen an. Was tun?

In einer ähnlichen Lage sah sich 1833 der Gefängnispfarrer Philip Spitta. Er schreibt ein Lied: „O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.“ 

Spitta ist sich sicher: Wahrheit ist mehr als die eigene Meinung. Sie kommt von Austausch. Holt dich aus deiner Komfortzone. Wahrheit „besitzt“ man nicht. Um sie muss jeden Tag neu gerungen werden.

Als frommer Mensch vertraut Spitta auf den göttlichen „Geist der Wahrheit.“ Und er findet auch hier seinen Prüfstein: Das Evangelium, die frohe Botschaft. Die unterscheidet zwischen dem, was der Liebe, der Leben nützt und dem was den Menschen schadet.

Singen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

O komm, du Geist der Wahrheit, 
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, 
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, 
rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer 
den Herrn bekennen kann.
 
O du, den unser größter 
Regent uns zugesagt:
komm zu uns, werter Tröster, 
und mach uns unverzagt.
Gib uns in dieser schlaffen 
und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen 
der ersten Christenheit.
 
Unglaub und Torheit brüsten 
sich frecher jetzt als je;
darum musst du uns rüsten 
mit Waffen aus der Höh.
Du musst uns Kraft verleihen, 
Geduld und Glaubenstreu
und musst uns ganz befreien 
von aller Menschenscheu.
 
Es gilt ein frei Geständnis 
in dieser unsrer Zeit,
ein offenes Bekenntnis 
bei allem Widerstreit,
trotz aller Feinde Toben, 
trotz allem Heidentum
zu preisen und zu loben 
das Evangelium.

Morgenglanz der Ewigkeit

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Elvis lebt! Hat jemand mit Edding auf die Toilettenwand gekritzelt. Darum ein rotes Herz gemalt. Daneben steht „Hannah liebt Paul auf ewig“ und „Ich war hier“. Nun wissen selbst eingefleischte Fans, dass Elvis dank ihrer Treue „weiterlebt“. Solange dich jemand an dich erinnert, lebst du noch.

Eine Theorie, die auch vielen religiösen Menschen einleuchtet. Seit 2000 Jahren erinnern wir uns an einen Zimmermannsohn und Wanderprediger. Jesus lebt! Aber irgendwie nicht so richtig. Jedenfalls ist er nicht so da, wie deine Mutter, dein Freund, dein Nachbar. Aber es ist keine reine Gedenkkultur, was Christenmenschen an Himmelfahrt feiern. Sondern es ist ein Fest, das einen Spagat übt. Wie passt das zusammen, unser Leben und das „neue“ Leben, dass nicht auf der Erde, sondern im Himmel gelebt wird?

Dabei ist die Vorstellung von Himmel nicht unbedingt das Blaue, wenn wir den Kopf in den Nacken legen. Das Wort „Himmel“ ist zunächst das, was nicht irdisch ist. Wo unsere Beschränkungen von Raum und Zeit nicht gelten. Ein Ort, den wir nicht aus eigener Kraft erreichen können. Etwas, was größerer als unser Verstand und unsere Erkenntnis ist. An diesem Feiertag versuchen wir uns an diesen Ort heranzutasten. Wie gehen in die Irre und manchmal öffnet sich ein Spalt, durch den göttliches Licht fällt. 

In der Bibel schickt der auferstandene Jesus seine Anhänger mit einer klaren Botschaft in Welt. Erzählt von Gott. Dann segnet er sie. Während er das tut, „fährt in den Himmel auf“. Der Segen aber bleibt. Ganz irdisch. Ganz handgreiflich. Segen, der im Alltag sichtbar ist. 

Jesus lebt!?! Im 17. Jahrhundert hat Christian Knorr von Rosenroth hat für diese Botschaft poetische Worte gefunden. Er spricht vom „Morgenglanz der Ewigkeit“.

Dichten Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

1) Morgenglanz der Ewigkeit, / Licht vom unerschöpften Lichte,
schick uns diese Morgenzeit / deine Strahlen zu Gesichte
und vertreib durch deine Macht / unsre Nacht.
 
2) Deiner Güte Morgentau / fall auf unser matt Gewissen;
lass die dürre Lebensau / lauter süssen Trost genießen
und erquick uns, deine Schar, / immerdar.
 
3) Gib, dass deiner Liebe Glut / unsre kalten Werke töte,
und erweck uns Herz und Mut / bei entstandner Morgenröte,
dass wir eh wir gar vergehn, / recht aufstehn.

Erfreue dich, Himmel – erfreue dich, Erde.

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Sie rufen laut „Amen“, wenn Ihnen ein Gedanke besonders gut gefällt. Sie klatschen im Takt mit, wenn der Chor singt. Und wenn die Hände warm sind, dann reisst es sie von den Stühlen und sie tanzen. So mitreißend und begeistert habe ich amerikanische Glaubensschwestern und Glaubensbrüder erlebt. Getanzter Glaube, der Leib und Seele tüchtig durchschüttelt. 

Bei uns geht es da etwas bedächtiger zu. Klar, leuchten die Augen bei einem besonderen Lieblingslied. Aber, dass jemand aufspringt und los tanzt – im Gottesdienst – habe ich noch nicht erlebt. Das ist schade, finde ich.  Liegt an der Musikauswahl, mögen Sie einwenden. Stattgegeben! Aber auch im Gesangbuch verstecken sich einige Tanzmelodien. 

Das Lied „ Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erde“ gehört dazu. Die Melodie ist uralt. 1697 erscheint sie im Straßburger Gesangbuch. Zar Peter I. regiert in Russland. In Leipzig wird das erste Mal eine Klassenlotterie veranstaltet. Der große Kriegszug der Osmanen wird bei der Schlacht bei Zenta gestoppt. 

Aber zwischen dem Aufstieg und Fall von Königreichen tanzen und singen die Menschen. Es ist eine Art Schreittanz mit kleinen Hüpfern und manchmal schon fast ein Walzer. Heiter und beschwingt kommt die Melodie daher. Ein Lied für die schöne Weihnachtszeit. 

Erst im Jahre 1963 textet die Theologin und Schriftstellerin Marie Luise Thurmair neue Strophen. Und aus dem Weihnachtslied wird ein Loblied auf die Schöpfung.

Viele haben zur Zeit Sorgen und kämpfen mit wirtschaftlichen Nöten. Und das ist bittere Realität. Doch das Lied ermutigt: Du bist viel mehr als ein Konsument oder ein Angestellter oder eine Unternehmerin! Du bist Teil dieser wunderbaren und komplexen Schöpfung. 

Tanzen Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Refrain: Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben:
den gütigen Vater, den wollen wir loben. 
 
2. Ihr Sonnen und Monde, ihr funkelnden Sterne,
ihr Räume des Alls in unendlicher Ferne: Refrain
 
3. Ihr Tiefen des Meeres, Gelaich und Gewürme,
Schnee, Hagel und Regen, ihr brausenden Stürme: Refrain
 
 4. Ihr Wüsten und Weiden, Gebirg und Geklüfte,
ihr Tiefen des Feldes, ihr Vögel der Lüfte: Refrain
 
5. Ihr Männer und Frauen, ihr Kinder und Greise,
'ihr Kleinen und Großen, einfältig und weise: Refrain

Du meine Seele singe

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Ich finde gerne Wörter, die vom Aussterben bedroht sind. Nasenfahrrad zum Beispiel, oder Pannschüppe. Aber wer kennt noch die „Schwermutshöhle“?

Es stammt aus der Feder Paul Gerhardts. Ein Mann, der im 30-jährigen Krieg aufwächst.  Unter Kriegstrommeln, Brandschatzung und Pestilenz. Er war Waisenkind und Internatszögling, Student, dann Hauslehrer. Jeden Tag der Woche bepredigt von lutherischen Pastoren. Von nüchternen, sprachgewaltigen, ernsthaften Männern. Gewöhnt an Diziplin und Denkzucht von Kindesbeinen an. 

Trotzdem findet er in seinen Gedichten zu einer intimen Sprache. Gerhardt grub die Schätze der mittelalterlichen Mystiker aus. Er polierte die biblischen Bilder, bis sie funkelten. Schrieb für die kleinen Leute Andachtsgedichte. Er holte Gott in die gute Stube, in den grünen Garten, an die sonnenbeschienen Wege. Es ist ein „Ich“, dass da beständig singt, nicht das große trotzige „Wir“ der reformatorischen Glaubenslieder. Es geht um mich – und um das,  was ich glaube. 

Gerhardt kennt nur zu gut die Höhlen der Sorge, Angst und Trauer. Aber es braucht nur 7 Töne in seinem Lied „Du meine Seele singe“  und es zieht dich aus dem Abgrund.

Probieren Sie es aus:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd;
ich will Ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.