Morgenglanz der Ewigkeit

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Elvis lebt! Hat jemand mit Edding auf die Toilettenwand gekritzelt. Darum ein rotes Herz gemalt. Daneben steht „Hannah liebt Paul auf ewig“ und „Ich war hier“. Nun wissen selbst eingefleischte Fans, dass Elvis dank ihrer Treue „weiterlebt“. Solange dich jemand an dich erinnert, lebst du noch.

Eine Theorie, die auch vielen religiösen Menschen einleuchtet. Seit 2000 Jahren erinnern wir uns an einen Zimmermannsohn und Wanderprediger. Jesus lebt! Aber irgendwie nicht so richtig. Jedenfalls ist er nicht so da, wie deine Mutter, dein Freund, dein Nachbar. Aber es ist keine reine Gedenkkultur, was Christenmenschen an Himmelfahrt feiern. Sondern es ist ein Fest, das einen Spagat übt. Wie passt das zusammen, unser Leben und das „neue“ Leben, dass nicht auf der Erde, sondern im Himmel gelebt wird?

Dabei ist die Vorstellung von Himmel nicht unbedingt das Blaue, wenn wir den Kopf in den Nacken legen. Das Wort „Himmel“ ist zunächst das, was nicht irdisch ist. Wo unsere Beschränkungen von Raum und Zeit nicht gelten. Ein Ort, den wir nicht aus eigener Kraft erreichen können. Etwas, was größerer als unser Verstand und unsere Erkenntnis ist. An diesem Feiertag versuchen wir uns an diesen Ort heranzutasten. Wie gehen in die Irre und manchmal öffnet sich ein Spalt, durch den göttliches Licht fällt. 

In der Bibel schickt der auferstandene Jesus seine Anhänger mit einer klaren Botschaft in Welt. Erzählt von Gott. Dann segnet er sie. Während er das tut, „fährt in den Himmel auf“. Der Segen aber bleibt. Ganz irdisch. Ganz handgreiflich. Segen, der im Alltag sichtbar ist. 

Jesus lebt!?! Im 17. Jahrhundert hat Christian Knorr von Rosenroth hat für diese Botschaft poetische Worte gefunden. Er spricht vom „Morgenglanz der Ewigkeit“.

Dichten Sie mit:
Hier der Liedtext und die Melodie – eingespielt von Martina Jasper.

1) Morgenglanz der Ewigkeit, / Licht vom unerschöpften Lichte,
schick uns diese Morgenzeit / deine Strahlen zu Gesichte
und vertreib durch deine Macht / unsre Nacht.
 
2) Deiner Güte Morgentau / fall auf unser matt Gewissen;
lass die dürre Lebensau / lauter süssen Trost genießen
und erquick uns, deine Schar, / immerdar.
 
3) Gib, dass deiner Liebe Glut / unsre kalten Werke töte,
und erweck uns Herz und Mut / bei entstandner Morgenröte,
dass wir eh wir gar vergehn, / recht aufstehn.

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