„Fast wie ein Wunder“ in Wickede

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Ungeahnte Zukunft für das altehrwürdige Wichernhaus

Die Trauer war groß, als im April festzustehen schien, dass das historische Wichernhaus am Rübenkamp im Dortmunder Stadtteil Wickede aufgegeben werden muss. Nach mehreren Wasserschäden hatte eine Fachfirma schwerwiegende bauliche Mängel attestiert, die einen Weiterbetrieb des Kindergartens, der dort seit Generationen untergebracht war, vermeintlich unmöglich machten. Das Presbyterium, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirchengemeinde, hatte daraufhin schweren Herzens entschieden, das altehrwürdige Haus aufzugeben.

Doch jetzt zeichnet sich eine neue Wendung ab

Ein weiterführendes Gutachten bestätigt zwar einen erheblichen Sanierungsbedarf, weist aber den Erhalt des Hauses als möglich und sinnvoll aus. Das hat das Presbyterium zu einer erneuten Beratung und Beurteilung der Situation veranlasst. Das Ergebnis: die Kirchengemeinde wird – anders als im April beschlossen – das Wichernhaus doch sanieren mit dem Ziel, es wieder, wie eh und je, als Kindergarten nutzen zu können.

„Es ist fast wie ein Wunder“, freut sich Pfarrer Hanno May, der Vorsitzende des Presbyteriums. „Wir alle hatten nach den ersten Aussagen der beauftragten Firma die Hoffnung aufgegeben.“ Aber alle Beteiligten im Stadtteil und in der Gemeinde hätten den Verlust des schönen alten Hauses über alle Maßen bedauert. Und als sich dann zusätzlich inhaltliche Zweifel an der Aussichtslosigkeit einer Sanierung ergeben hätten, habe man mit Hilfe der Industrie- und Handelskammer einen weiteren Spezialgutachter zu Rate gezogen. Der kam zu dem Ergebnis, dass das Wichernhaus keinesfalls an Schwamm und Schimmel verloren sei.

„Wir müssen zwar erheblich in die Sanierung investieren“, erläutert Hanno May, „aber das werden wir aus angesparten Rücklagen des Kindergartens aufbringen können.“ Dafür bleibe den Wickedern und ihrer Kirchengemeinde aber das historische Wichernhaus erhalten. „Oft lohnt es sich, eine Sachlage mit Sorgfalt ein weiteres Mal zu untersuchen und zu bedenken“, sagt May. Dabei sei man jedoch immer auf die Expertise von Fachleuten angewiesen.

Zum Schutz der Kinder waren die beiden Kindergartengruppen aus dem Rübenkamp in die andere Kindertagesstätte der Gemeinde an der Meylantstraße verlegt worden. „An erster Stelle stand und steht für uns das Wohl der Kinder und auch unserer Mitarbeitenden“, bekräftigt Pfarrer Hanno May die Entscheidung aus dem Frühjahr. „Wir hatten keine andere Wahl, als die Arbeit der Tageseinrichtung umgehend zu verlagern.“

Unser Ziel ist es, das Wichernhaus nach der Sanierung wieder mit dem Leben eines Kindergartens zu erfüllen“, sagt Hanno May. Alle Beteiligten – Familien, Mitarbeitende und Gemeinde – hoffen sehr, dass sich das realisieren lässt.

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